PrEP


Was ist eine PrEP?

Wenn HIV-Negative HIV-Medikamente nehmen, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen, nennt man das „Prä-Expositions-Prophylaxe“, kurz PrEP – auf Deutsch: „Vor-Risiko-Vorsorge“.

Eine HIV-PrEP ist neben der Benutzung von Kondomen und dem Schutz durch Therapie eine weitere Methode zum Schutz vor HIV. Deshalb informieren wir Sie nachfolgend über die PrEP.

HIV-Medikament

Zurzeit wird das Medikament Truvada® für die PrEP benutzt. Es gilt als gut verträglich, kann aber auch Nebenwirkungen haben. Wichtig ist deshalb eine ärztliche Begleitung der PrEP.

Wirksamkeit

Das HIV-Medikament Truvada® enthält zwei Wirkstoffe, die HIV an der Vermehrung in den Körperzellen hindern. Gelangt das Virus beim Sex ohne Kondom in die Zellen von Schleimhäuten in das Immunsystem, kann es sich dort nicht vermehren. Auf diese Weise kann eine HIV-Infektion verhindert werden, man bleibt – obwohl schon einzelne Körperzellen infiziert wurden – HIV-negativ.

Studien zeigen, dass die PrEP wirkt. Wir informieren über Wege zu einer sachkundigen PrEP unter ärztlicher Begleitung. In den meisten Studien wurde das Kombinationspräparat Truvada verwendet.

100%ig ist der Schutz nicht, denn in sehr seltenen Fällen sind HI-Viren bereits gegen das Medikament resistent. Die PrEP schützt außerdem nur vor HIV, aber nicht vor anderen sexuellübertragbaren Infektionen.

Warum PrEP?

Die PrEP ist eine zusätzliche Möglichkeit für Menschen, denen es schwerfällt, Kondome zu benutzen. Bei manchen Männern verursachen Kondome zum Beispiel Erektionsstörungen oder sie können aufgrund von Infektionsängsten überhaupt keine entspannte Sexualität erleben. Ihnen kann die PrEP helfen, HIV-negativ zu bleiben.

Wenn die PrEP für Sie in Frage kommt, sollten Sie  mit einem_r auf HIV spezialisierten Ärzt_in darüber sprechen. Von Selbstversuchen raten wir dringend ab, denn ohne ärztlichen Rat und Begleituntersuchungen bringt die PrEP erhebliche gesundheitlich Risiken.

Nebenwirkungen

Die meisten Menschen vertragen Truvada® gut und spüren keine oder kaum Nebenwirkungen. Manche klagen über Übelkeit, Durchfall, Kopf-, Bauch- und Gelenkschmerzen sowie Müdigkeit oder Schlafstörungen. Die dauerhafte Einnahme von Truvada® verringert die Leistungsfähigkeit der Niere. Normalerweise bildet sich diese Funktionseinschränkung nach Absetzen von Truvada® zurück. Für Gesunde stellt das kein relevantes Problem dar, aber wer kennt schon die Leistungsfähigkeit seiner Niere? Daher muss man vor dem Start der PrEP sowie jährlich durch Blutuntersuchungen die Niere überprüfen lassen. Wer an einer Erkrankung der Niere leidet, sollte keine Truvada®PrEP einnehmen.

Zugang zum Medikament

Truvada ist in der Schweiz für die Prävention zugelassen. Ärzt_innen können das Medikament verschreiben. Nutzer_innen müssen die Medikamentenkosten ca. 900.- pro Monat selber tragen.

Andere Wege, sich Truvada oder Generika für die PrEP zu besorgen (z.B im Ausland oder auf dem Schwarzmarkt), können mit Risiken verbunden sein.

Der Engländer Greg Owen setzte sich dafür ein, das Interessierte auch Generika aus dem Ausland beziehen können unter iwantPrEpnow.co.uk

Mehr Infos auch unter prep.info.de@gmail.com. Dynamix Generika Hersteller

Eine Monatsration kann problemlos in die Schweiz eingeführt werden. Um eventuelle Probleme mit dem Zoll zu vermeiden, empfiehlt sich die Beilage eines Ärzterezepts bei der Bestellung.

Hintergründe

In den USA empfahl die Gesundheitsbehörde CDC schon 2011 Menschen mit andauernd hohem HIV-Risiko die tägliche Einnahme von Truvada. Einer Kombinationstablette aus zwei HIV-Medikamenten über Monate und Jahre. 2012 bekam das Präparat die US-Zulassung zu diesem Zweck. Im Mai 2014 wurden diese ersten CDC-Empfehlungen präzisiert. Die Rede ist jetzt von Menschen mit „substanziellem“ HIV-Risiko. Genannt werden HIV-negative Partner von HIV-Positiven (ohne weitere Präzisierung), MSM, die in den letzten sechs Monaten Analverkehr ohne Kondom und/oder eine sexuell übertragbare Infektion hatten, heterosexuelle Frauen und Männer, die beim Sex mit Partnern mit erhöhtem HIV-Risiko (injizierende Drogengebraucher/Menschen mit MSM als Sexpartnern) nicht immer Kondome verwenden und Drogengebraucher, die in den letzten sechs Monaten Spritzbesteck mit anderen geteilt haben. Als Option soll die PrEP auch mit heterosexuellen HIV-serodifferenten Paaren mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft besprochen werden, wenn die Virenzahl unter Therapie nicht unter der Nachweisgrenze ist.


Kondome nach wie vor der beste Schutz vor HIV

  • weil Kondome spontan einsetzbar und günstig sind.
  • weil Kondome zusätzlich das Risiko anderer sexuell übertragbarer Infektionen verhindern.
Info

Die PrEP wird manchmal verwechselt mit der PEP (Postexpositions-prophylaxe). Bei der PEP nimmt man während einem Monat innert 48h nach einem HIV-Risiko Medikamente ein, um eine Infektion noch zu verhindern.